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Die deutsche
Sprache und ihre Entwicklung
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Die
Deutsche Sprache im Wandel der Zeit
Tradition
und Moderne beides existiert nebeneinander und miteinander.
Bewährtes gibt uns Sicherheit, doch einiges gehört
längst entsorgt. Veränderungen werden solange
argwöhnisch betrachtet, heftig diskutiert, bis sie sich etabliert
haben. Die Einführung der Neuen
deutschen Rechtschreibung löste hitzige Debatten aus. Wozu?
Sie ist nicht endgültig, neue Reformen werden kommen.
Der Vergleich mit dem Text des
Nibelungen-Liedes (mittelhochdeutsch),
und unserer derzeitigen Deutschen Sprache zeigt deutlich, wie sich die
Sprache verändert hat.
Uns ist in
alten mæren wunders vil geseit
von heleden lobebæren, von grôzer arebeit,
von fröuden, hôchgezîten,
von weinen und von klagen,
von küener recken strîten
muget ir nu wunder hören sagen.
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Viel
Wunderdinge melden die Mären alter Zeit
Von preiswerten Helden von großer
Kühnheit,
Von Freud' und Festlichkeiten.
von Weinen und von Klagen,
Von kühner Recken Streiten
mögt ihr nun Wunder hören sagen.
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In der
frühen Geschichte der
deutschen Sprache existierten viele Sprachgruppen nebeneinander. Erst
die Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg ebnete den Weg für
eine einheitliche deutsche Schriftsprache. Den größten
Einfluss auf diese Entwicklung hatte Martin Luthers
Bibelübersetzung.
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Beispiele
des "Vater unser" in verschiedenen
Übersetzungen:
"Vater unser"
althochdeutsch
(St. Gallen):
fater unseer,
thu
pist in himile, uuihi namun dinan, qhueme rihhi din,
uuerde uuillo diin, so in himile sosa in erdu. prooth unseer emezzihic
kip uns hiutu, oblaz uns sculdi unseero, so wir oblazem uns sculdikem,
enti ni unsih firleiti in khorunka, uzzer losi unsih fona ubile. |
"Vater unser"
mittelhochdeutsch
(Reinmar von Zweter):
Got vater
unser,
dâ du bist in dem himelrîche gewaltic
alles des dir ist, geheiliget sô werde dîn nam, zuo
müeze uns komen das rîche dîn. Dîn wille werde
dem gelîch hie ûf der erde als in den himeln, das gewer
unsich, nu gip uns unser tegelîch brôt und swes wir dar
nâch dürftic sîn. Vergip uns allen sament unser
schulde, alsô du wilt, daz wir durch dîne hulde vergeben,
der wir ie genâmen dekeinen schaden, swei grôz er sî:
vor sünden kor sô mache uns vrî und loese uns ouch von
allem übele. âmen |
"Vater unser"
Martin Luther:
Vater Vnnser
der du
bist im Himel! Geheiligt werde dein Name.
Dein reych komme. Dein wil geschehe wie im himel also auch auff erden.
Vnnser teglich Brodt gib vns heute. Vnnd verlasse vnns vnnsere Schulde
als wir verlassen vnserenn Schüldigern. Vnd füre vns nicht in
versuchung. Sondern Erlöse vns von dem vbel.
V synonym
mit U verwendet.
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Turmbau zu
Babel

Pieter Bruegel
Kunsthistorisches Museum
Wien
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Neben der hochdeutschen
Schrift-Sprache wird vor allem auf dem Lande
bis heute in der jeweiligen Mundart gesprochen.
Die bekanntesten Dialekte sind Alemannisch, Badisch, Bayerisch,
Fränkisch, Hessisch,
Schwäbisch, Niederrheinisch, Kölsch, Thüringisch und
Sächsisch, Berlinerisch und Pfälzisch. Nur in
Südniedersachsen zwischen Kassel und
Hannover ist der
niederdeutsche Dialekt im 20. Jahrhundert ausgestorben.
Die plattdeutsche Sprache (auch Niederdeutsch oder
Niedersächsisch) enthält einige Skandinavismen
und Anglizismen. Sie
unterscheidet sich
vom Hochdeutschen dadurch, dass sie die zweite germanische
Lautverschiebung nicht mitgemacht hat (genauso wie die englische,
niederländische, friesische und skandinavische Sprache).
Zum Beispiel :
Plattdeutsch - water, englisch
- water, wurde zu deutsch
- Wasser
Plattdeutsch - eten, englisch -
eat, wurde zu deutsch - Essen
Interessant:
Über
Anglizismen in der plattdeutschen Sprache regt sich niemand auf.
Sprache ist also keine feststehende Einheit, sie ist sehr wandelbar.
Noch im Mittelalter war lesen und schreiben zu können ein Privileg
des Klerus (Priesterstand). Die überregionale Sprache der
Gebildeten war Latein. Das änderte sich erst im hohen
Mittelalter zu Beginn des 13. Jahrhunderts (geprägt durch die
Übernahme französischer Hofsitten). Fahrende Dichter und
Sänger verbreiteten Lesen und Schreiben.
La.L
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