![]() Cosmopolitin Die Legende von
Santo Domingo de la Calzada
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Die
Legende von Santo Domingo de la Calzada
Es war einmal vor etlichen hundert Jahren, dass sich ein Ehepaar mit seinem herangewachsenen Sohn auf die Pilgerreise nach Santiago de Compostela machte. Dabei kehrten sie in Santo Domingo de la Calzada in einer Herberge ein. Die herangereifte Tochter des Wirtes fand großen Gefallen an dem schmucken Pilgerjüngling. Der indes war fromm und keusch und verschmähte die junge Frau, die dies äußerst übel nahm. Sie versteckte aus Rache irgendeinen silbernen Gegenstand in seinem Gepäck. Am Morgen wurde der Gegenstand vermisst und schließlich im Gepäck des jungen Mannes gefunden, der trotz seiner Unschuldbekundungen vom Stadtrichter inhaftiert wurde. Tief betrübt machten sich die Eltern ohne ihren Sohn auf die Pilgerreise. In Santiago bekamen sie frischen Mut und Glauben, und auf der Rückreise sprachen sie beim Stadtrichter von Santo Domingo vor, um die Unschuld ihres Sohnes zu beteuern und notfalls um Gnade zu bitten. Sie hatten Glück, überhaupt vorgelassen zu werden, denn der Richter saß gerade zu Tisch und verspeiste einen Broiler, vulgo gebratenes Hähnchen. Auf die Unschuldsbeteuerungen der Bittsteller antwortete der Richter: “Wenn euer Sohn unschuldig ist, dann kann dieser Broiler auch noch fliegen!” In dem Moment - wusch! - breitete der Flattermann seine Flügel aus und entschwand frisch, fromm, fröhlich und vor allem frei aus dem Esszimmer. Wovon der Richter anschließend doch noch satt wurde, ist nicht überliefert, auf jeden Fall ließ er den Häftling wunschgemäß frei. Seither gibt es in der Kathedrale von Santo Domingo de la Calzada einen Hühnerstall, um an die Legende zu erinnern. Die Hühner sind Leihgaben von Bauern aus den umliegenden Dörfern und werden regelmäßig ausgetauscht, denn eine Kathedrale ist nun doch nicht der ideale Lebensraum für ungebratene Hühner. |
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