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Mirja Lendt

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Lyrik: Die zweitschönste Nebensache der Welt

Die Sonne und der Mond


Die Sonne liebt den Mond
sie strahlt ihr Glück hinaus
sie will dass er sie liebt
sie will dass er sie sieht

Der Mond fühlt sich zu rund
er denkt er sei ein Schatten
nicht wert dass man ihn sieht
so staubig ungeliebt

Die Sonne brennt vor Schmerz
sie denkt ihm fehlt das Herz
Oh Mond siehst du mich nicht
sie brüllt, er hört sie nicht

Der Mond nimmt langsam ab
wird kleiner und ganz matt
wer wollte mich schon haben
die Nacht soll mich begraben

Die Sonne sendet Funken
sie solln den Mond entzünden
er macht mich ganz betrunken
doch scheint mich nicht zu finden

So drehn sie sich im Kreis
der eine kalt die andre heiß
und können sich nicht verbinden
auf ewiglich gefangen
in Rotation und Dunkelheit

Wie sinnlos auch diese Liebe scheint
sie doch den Menschen Glück verleiht:

So lang die Sonn wird bangen
sie uns erfüllt mit Wärme

So lang der Mond bleich angestrahlt
er uns beglückt des Nachts

Wo Lieb’ entsteht ist Schmerz nicht weit
doch bringn die Strahlen Helligkeit

Mirja Lendt

schreibt: "Liedtexte, Gedichte, Kurzgeschichten, wirre Gedanken, schwirre Gedanken, girre Schedanken, irre Edanken."





siehe auch:

Portrait und Interview    
Junge Talente


Website  > Liedermacher Verspielt
Anna und Mirja Lendt


Gefangene

Da bist du nun in deiner Welt
Kein Sonnenstrahl verweilt in ihr
Die Mauer dicht, die niemals fällt
Kein Fenster, Tür, kein Ort für wir

Stein für Stein erbaute sie sich
Einst konntest du fliehen, diese zeit verrann
Schwere Glocke schloss sich über dich
Du hast verloren der Schatten gewann

Ich erkenne nicht den Mensch hinter den Ziegeln
Die Augen trüb, von Nebel durchtränkt
Scheint nicht dass sie deine Seele widerspiegeln
Wer bist du nun, was hat sich eingehängt?

Du atmest, sprichst, man sieht es kaum
Nur wer dich kennt sah den Wandel, dein Geist
Wie er langsam verging in weitem Raum
Ein Stück zurückließ das nicht mehr viel verheißt

Ich werde nicht weinen, keine Träne dafür
Reiche dir die Hand auch wenn’s dir nicht bewusst
Suche, werde finden die heilige Tür
Bete für Kraft, auf die Stirn ein Kuss



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