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Es
gibt kein Leben ohne Wasser - Wasser ist Leben
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Der Roman von Frank Schätzing
"Der Schwarm", den ich vor kurzem gelesen habe, macht mir bewusst, wie
wenig wir über das Leben im Wasser wissen und wie gedankenlos wir
mit dem kostbaren Gut, trotz intensiver Forschung immer noch umgehen.
Das Leben begann nach dem heutigen Wissensstand im Wasser. Die ersten
Lebewesen waren Schwefelbakterien, die ohne Sauerstoff leben
können. Wasser ist ein wichtiger Bestandteil lebender Zellen. Alle
lebenden Zellen enthalten dieselben Nuklein- und Aminosäuren.
Interessant sind die wichtigsten Gemeinsamkeiten der Gene, die in fast
allen Tieren über Jahrmillionen unverändert geblieben sind.
Zitat
des französischen Nobelpreisträgers Jacues Monod:
„What is true for E. coli
is true for the elephant“
Das betrifft, sowohl das Bakterium Escherichia coli, wie auch den
Elefanten und natürlich den Homo sapiens. Der Unterschied zwischen
den Genen einer Fliege
und denen des Menschen ist erstaunlicherweise gering.
Erstaunlich auch die Embryonalentwicklung. In frühen
Entwicklungsstadien verwandter Organismen gibt es auffällige
Ähnlichkeiten. Die Entwicklung eines Embryos scheint die Evolution
in Kurzzeit - von der ersten Zelle bis zum voll entwickelten Embryo -
zu wiederholen. Beispielsweise treten bei allen
Wirbeltier-Embryonen - dazu gehört auch der Mensch - Kiemendarm
und Kiemenspalten in der embryonalen Entwicklung auf. Ein Beweis, dass
alle heutigen Wirbeltiere von Fischen abstammen.
Man muss kein Wissenschaftler sein, um in Fauna und Flora, wenn man sie
aufmerksam wahrnimmt, Ähnlichkeiten zu entdecken.
Wenn ich mir einen "nackten" Baum ansehe, fallen mir der Stamm und die
Äste auf, die sich immer feiner verzweigen. Auch die Wurzeln
verzweigen sich so, sie nehmen Wasser und Nährstoffe aus dem Boden
auf, die mit Leitbündeln durch den Stamm bis zu den feinsten
Kapillaren der Blätter durch chemischen Wurzeldruck und durch Sog
(Unter-Druck) transportiert werden.
Wenn ich mir einen nackten Menschen ansehe, fallen mir die durch die
Haut scheinenden Verästelungen der Adern auf, deren Blut Wasser
und Nährstoffe enthalten, die mit Druck bis in die feinsten
Kapillaren transportiert werden.
Was uns von den Bäumen und anderen Pflanzen unterscheidet, ist
dass wir nicht (nicht mehr) mit der Erde verbunden sind und daher einen
Mund für die Nahrungsaufnahme benötigen und ein Herz, dass
für den "Druck" sorgt.
Bäume und andere Pflanzen sind vollkommener als wir Menschen, denn
sie nehmen Wasser auf und geben es durch Verdunstung wieder ab und
nicht nur das, sie entwickeln, das für uns so lebenswichtige
Sauerstoff.
Menschen können ohne Wasser und ohne Sauerstoff nicht leben.
Pflanzen können ohne Wasser nicht leben.
Es gibt kein Leben ohne
Wasser - Wasser ist Leben!
Was hat das mit dem Roman von Frank Schätzing zu tun?
Nun Frank Schätzing hat über eine tröstliche, wenn auch
unheimliche Fiktion geschrieben. Ich will mal versuchen, es mit meinem
Worten und meiner Interpretation
wiederzugeben.
Die Natur ist auf den Menschen nicht angewiesen. Sie passt sich durch
Evolution auf Umwelteinflüsse, Veränderungen der Geologie den
neuen Gegebenheiten an. Die Verschmutzung der Ozeane durch Müll
und Lärm, verändert die Pflanzen- und Tierwelt.
Müll wird gedankenlos im Meer entsorgt. Plastik-Müll zum
Beispiel wird von den
Fischen gefressen, weil sie mit der Erfahrung leben, dass alles im Meer
essbar ist. Manche verenden daran, andere landen bei uns auf dem
Teller. Wir verspeisen
das Plastik letztendlich.
Dass Lärm unter Wasser lauter zu hören ist und der Schall
sich weiter ausdehnt als in der Luft, haben Wale schmerzhaft erfahren,
teilweise die Orientierung verloren, sind gestrandet, verendet. Denn in
den Tiefen des Meeres ist es dunkel und Wale orientieren sich nach dem
Echo von Unterwasser-Landschaften und anderen Tieren. Sie können
am Echo genau unterscheiden, ob der Fisch vor ihrem Maul nur ein
kleiner Jungfisch oder ein fetter Hering ist. Meeres-Forscher haben
Alarm geschlagen und so den Lärm unter Wasser schon etwas
reduzieren können. Der kürzlich gesendete, gut recherchierte
ZDF-Film "Das Geheimnis der Wale" und die nachfolgende Dokumentation
berichteten darüber.
Frank Schätzing hat nun versucht, sich vorzustellen, welche
Auswirkungen unser gedankenloses Verhalten auf die Ozeane haben
könnte. Wenn man bedenkt, dass ca. 70 % der Erdoberfläche mit
Wasser bedeckt sind. Wenn man bedenkt, dass ein großer Teil der
unglaublichen Tiefen der Meere nur wenig erforscht sind, wirkt
Schätzings Vision fast nachvollziehbar.
Eine intelligente Lebensform hat sich in den finstersten Tiefen des
Ozeans entwickelt. Eine Blau fluoreszierende gallertartige Masse, die
sich bis ins kleinste Teilchen trennen und wieder verbinden kann. Sie
erkennt, dass die Weltmeere langsam zugrunde gehen, wehrt sich, greift
schonungslos Menschen und Land mit manipulierten Tieren an, wie Wale
und Krebse ..., um die Meere zu retten.
Erst der Kontakt zu diesem Lebewesen, das wesentlich intelligenter als
das menschliche Gehirn ist, die Kommunikation über das Leben auf
dieser Erde und das damit verbundene Fehlverhalten der Menschen, weckt
in ihm Verständnis und die Bereitschaft sich zurückzuziehen.
Die Menschen, die die Katastophe überlebt haben, sind bereit sich
zu ändern und die Meere zu schonen.
Der Roman von Frank Schätzing ist gut recherchiert und sehr
spannend geschrieben. Mitunter ist Schätzing allerdings zu sehr in
technische und wissenschaftliche Details abgedriftet, so dass ich
einige Absätze nur quergelesen habe. Ich glaube, dass von den 800
Seiten, die das Buch umfasst, mindestens ein Drittel zusammengestrichen
werden könnte.
Das Buch hat mich aufmerksamer werden lassen. Die Natur und ihre
Evolution sind nicht zu unterschätzen. Wir Menschen können
die Natur nicht vollständig zerstören, es wird immer Leben
auf der Erde geben - auch ohne die Menschen.
La.L.
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