Weltenbummler erzählen















 Reise-Tagebuch - Vietnam und Kambodscha 2012


Mittwoch, 14. Dezember 2011

Mein Flug nach Hanoi ging über Warschau, wo ich 7 ½ Stunden Aufenthalt hatte. Bei der Tourist Information am Flughafen war ein sehr hilfsbereiter junger Mann, der mir in einem Stadtplan alles Wichtige markiert hat. Außerdem gab er mir noch einen kleinen Reiseführer, in dem 10 Rundgänge beschrieben waren, und es stand etwas über die Geschichte darin.

Ich musste etwas Geld wechseln. Die Bustickets gab es im Zeitschriftenladen, und kaum bin ich durch die Tür über die Straße zur Haltestelle gegangen, da kam auch schon der Bus. Der Flughafen Chopin liegt etwa 10 km vom Stadtzentrum entfernt, also nicht sehr weit. Warschau ist groß. Im Zentrum bin ich ausgestiegen und die Prachtstraße entlang gelaufen. Es wurde zwar schon um 16.oo Uhr dunkel, aber die schönsten Gebäude waren hell angestrahlt. Da war die Universität, die Staatsbibliothek, der Königspalast und noch viele schöne alte Gebäude. In der Altstadt fuhren kaum Autos, ich nehme an, es war Fußgängerzone. Die Straßenbäume und die Laternen waren mit Tausenden kleiner Glühbirnen weihnachtlich geschmückt. In den Geschäften war wenig Weihnachtsdekoration. Die Restaurants und Cafés waren nur spärlich besucht, nur an den Bushaltestellen standen immer viele Leute.

Ich war auf einem kleinen Weihnachtsmarkt auf dem Altstadtmarktplatz. Auch hier waren wenig Leute, und die meisten Verkäufer in ihren Ständen sahen ziemlich gelangweilt aus. Ich habe ein Crèpe mit Nutella gegessen. Die Zubereitung hat sehr lange gedauert, aber ich hatte ja Zeit. An einem anderen Stand habe ich mir einen Glühwein geholt. Er war sehr würzig, viel Nelke, aber als ich mich daran gewöhnt hatte, hat er ganz gut geschmeckt. Ich bin noch ein bisschen durch die Gassen geschlendert, es war nicht kälter als abends im November in Granada, kein Regen und kein Wind. Aber im Dunkeln hat man doch nicht so viel gesehen, und in der Altstadt waren die Gebäude nicht so angestrahlt. Also bin ich zurück zum Flughafen gefahren und habe auf den Abflug nach Hanoi gewartet.


Donnerstag, 15. Dezember 2011

Der Flug nach Hanoi dauerte knapp 10 Stunden. Aber es kam mir viel länger vor. Um 1 Uhr nachts gab es Diner, so ein Quatsch. Vorher habe ich gelesen, hinterher geschlafen. Aber obwohl mein Nebenplatz frei war, und ich die Beine hochlegen konnte, war es unbequem. Die Armstützen gingen nämlich nicht hoch zu stellen, und vor mir war eine Wand. Die scharfe Lehne hat trotz Kissen in meinen Rücken gedrückt, und da ich den Kopf seitwärts angelehnt hatte, tat mir bald das Genick weh. Na ja, ich hab’s überstanden.

Das mit dem Visa ging gut über die Bühne, Gepäck hat etwas gedauert, mein Rucksack kam ziemlich zuletzt. Ich habe 100 US-$ umgetauscht, und war gleich zweifacher Millionär.
(1 US-$ = 20.000 Dong). Ein junger Mann hat mich abgeholt. Die Fahrt vom Noi Bai Flughafen in die Stadt dauerte ca. 1 Stunde. 30 km und sehr viel Verkehr. Das Hotel Prince V Hanoi ist nicht weit vom Hoan Kiem See, ich konnte ihn aus meinem Fenster sehen. Ein sehr schönes Hotel, mit Internet auf dem Zimmer.

Als ich ankam waren es 21° C, und der Himmel war bedeckt. Um 17.30 Uhr wurde es schlagartig dunkel.
Relief

Freitag, 16. Dezember 2011

Dafür ist es morgens schon vor 6.oo Uhr hell. Ich habe aber etwas länger geschlafen. Am Empfang war Ms. Hue. Als ich sie fragte, ob sie Ms. Hue sei, hat sie sich unheimlich gefreut, dass ich mich an ihren Namen erinnern konnte. Ich hatte das Hotel im Internet gebucht, und mit ihr E-Mails ausgetauscht. Ich habe einen kleinen Stadtplan bekommen und bin losgetigert. Die Straßen sind schon ziemlich aufregend, besonders das Überqueren. Es fahren Tausende Mopeds und Motorräder rum, die Autos sind eigentlich in der Minderzahl. Wenn man wartet, bis eine Lücke kommt, steht man wahrscheinlich am nächsten Tag noch an der Straße. Man muss sich irgendwie im Slalom durchschlängeln, so wie die Motos es auch machen. Ich bin einmal um den Hoan Kiem See herum gelaufen.
Vietnam
Dann hab ich mich total bescheißen lassen, aber das passiert mir auch nur einmal. Ein Motorradfahrer sprach mich an, ob ich eine Stadtrundfahrt machen wolle. Er sprach ganz gut Englisch und wollte mir alles zeigen.

Ich fragte, wie viel er haben wollte. Er sagte 200. Ich dachte, na ja, 200.0000, ca. 10 US-$, das ist o.k.

Er fuhr mich durch die halbe Stadt. Am Literaturtempel Van Mjeu bin ich abgestiegen und habe mir den Tempel angesehen, desgleichen beim Ethnologischen Museum, das hat etwas länger gedauert. Das Ho Chi Minh Mausoleum war geschlossen, ich war nur in den Außenanlagen.

Der Fahrer, Quantan, war eigentlich sehr nett, ich wollte ihn noch auf einen Kaffee oder Tee einladen. Wir saßen am Ho Tay See und die Sonne blinzelte sogar manchmal für Sekunden durch die Wolken.
Es gibt sehr viele Seen in dieser Stadt. Wir sind natürlich auch über die beiden langen Brücken über den Roten Fluss gefahren.

Nach dem Kaffee, der sehr gut war, und den er bezahlt hat, hat er mich zurück zum Hoan Kiem See gebracht und wollte 1.000.000. Er sagte, er hätte gesagt, pro Stunde 200.000, und ich dachte, es sei für die ganze Stadtrundfahrt. Ich sagte, das sei viel zu teuer, aber er ließ nicht mit sich handeln. Ich habe ihn bezahlt und war ziemlich verstimmt.

Wasserpuppentheater

Abends war ich im Wasserpuppentheater. Das ist etwas einzigartiges in Vietnam. Die Bühne besteht aus einem Wasserbecken. In dem Becken stehen hinter einem Vorhang die Schauspieler, die die auf 
3 bis 4 m langen Stangen montierten Wasserpuppen handhaben. Die Stangen befinden sich unterhalb, die Puppen oberhalb der Wasseroberfläche.

(keine Vergrößerung)



Samstag, 17. Dezember 2011

Ich hatte einen Ausflug nach Son Tay gebucht. Der Bus hat mich kurz vor 8 Uhr am Hotel abgeholt. Dann stiegen noch 4 Japaner, 4 Koreaner und ein Deutscher mit seiner Spanischen Freundin dazu. Der Himmel war grau verhangen. Vielleicht liegt das auch am Smog. Wenn man dachte, jetzt liegt Hanoi endlich hinter uns, fing auch schon der nächste Ort an. Überall wahnsinnig viel Verkehr und total chaotisch. Ich finde, es grenzt an ein Wunder, dass nicht mehr Unfälle passieren. Bei uns würde es bei dieser Fahrweise vermutlich pausenlos krachen. Es liegt wahrscheinlich daran, dass hier doch nicht so schnell gefahren wird. Und eigentlich sind sie hier auch toleranter, man lässt schon mal eher einen sich einfädeln. Es wird zwar gehupt wie verrückt, aber irgendwie läuft es immer.

Wir haben denn auch für die Strecke von 80 – 90 km 2 ½ Stunden gebraucht.

Nach einer guten Stunde haben wir an einem Rasthaus 10 Minuten gehalten. Da ich weder auf die Toilette musste noch etwas trinken wollte, stand ich davor und habe geraucht. Eine junge Australierin hat sich zu mir gesellt, und wir haben nett geplaudert. Sie war auch alleine unterwegs. Kurz nachdem wir das Rasthaus verlassen hatten, konnte man im Dunst Berge erkennen, die immer näher rückten. Bisher war alles flach gewesen. Es gab einiges an Industrie, und über der Landschaft lag eine dicke hellgraue Staubschicht.

Son Tay - Ling Tempel

Weitere 1 ½ Stunden später erreichten wir den Ling Tempel. Drinnen waren Statuen vom ersten König sowie seinen drei Söhnen. Die Anlage war ganz nett, aber ziemlich viele Leute. Und es gab viele, die Bilder von einem gemacht haben, und diese hinterher verkaufen wollten, oder Postkarten oder anderen Schnickschnack, ganz schön lästig.





 Vietnam / Kambodscha Seite 2  Vietnam und Kambodscha Seite 2 








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Texte und Fotos

© Marga Fiedler-Scholz

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