1,5
km stadteinwärts ohne Schatten und acht Telefonläden
(Kennzeichen: PTT) später finden wir einen funktionierenden
Kopierer, 1 Lari. 0,5 km weiter gibt es ein PTT mit Fax. Die sind ein
bisschen tüdelig, holen aber von irgendwo eine Frau, die 0,3
Englisch spricht. Der Laden hat Klimaanlage, der Schweiß
trocknet. Anna schreibt das Benötigte auf die Kopie
einschließlich der Tel.nr., damit die aus Göttingen
zurückrufen können.
30 Min. warten: kein Rückruf. Stellt sich heraus, die Vorwahl war
auf dem Fax falsch angegeben - die leben hier immer noch mit der
sowjetskaja Auslandsnummer 8. Also korrigieren, nochmal faxen. Das
bisherige Fax war mit 3 Lari billig, dieses aber wird teurer.
Nix geht. Anna wird fuchtig und geht raus in die Hitze. Das
Telefonmädel nähert sich der Krise, fummelt am Faxgerät
herum und ruft mehrere Leute an. Ergebnis: Das Gerät wird heute
nicht mehr funktionieren. Har, har, diese Kosten sind zur Abwechslung
nicht unsere. Aber, wo jetzt faxen?? In einer Bar spendieren uns zwei
Jünglinge Tee und Wasser.
Stadteinwärts. Es
ist
jetzt gegen 12 Uhr, in Göttingen 9 Uhr.
Dafür ist es hier so heiß, dass niemand freiwillig in der
Sonne stehen bleibt. 700 Meter und 5 PTT-Läden weiter gibt es ein
funktionierendes Fax, aber keine Klimaanlage, und wir müssen
warten, weil der Opa das Gerät nicht bedienen kann. Anna
trägt die neue Rückruf-Nummer ein. Dann kommt ein dicker
Onkel, der schickt das Fax ab. Ich gehe Milch kaufen, um die
Schweiß-Liter zu ersetzen. Der Onkel geht, ein ganz niedliches
Mädel übernimmt. Ungeahnt: ein 2-Seiten-Fax der Sparkasse
Göttingen kommt. Handschriftlich-nett: Den Ausweis noch mal besser
kopieren und ein Formular wegen Haftung ausfüllen und faxen. Anna
ruft in Göttingen an, das ist wohl ganz nett, aber Fax muss sein.
Ich gehe los, nach 10 Min. Kopierladen gefunden, längliche
Diskussion, dass die Kopie ganz hell sein soll. Russkij, Händij
und Füsskij mit Erfolgskij. Formular und Ausweis weg per Fax
klappt. Kosten hier: 27 Lari. Dann, irre, 10 Min. später
kommt wieder ein Fax: in 2,5 Stunden ist die Karte freigeschaltet,
Wahnsinn, das ist hier um 15:30. Kurz vor Drei sind wir im Quartier,
ich genehmige mir draußen ein köstliches kaltes Kazbegi
Bier, Anna isst Melone. 1 Std. Mittagsschlaf, dann ruckzuck
planmäßig Kaffee, Marshrutka zur Bank,
wo es länglich
dauert. Gar unsere Vermieterin taucht mit einem Mann auf, um uns zu
helfen, was dafür sorgt, dass wir vorgedrängelt werden. Es
klappt!! Plötzlich haben wir 500 Lari!
Marshrutka 5 km stadtauswärts zum Bahnhofwg. Nachtzug nach
Tbilisi. Komisch, George in Tbilisi ist immer noch nicht zu erreichen,
geht nicht ans Telefon. Bahnhof? Gibt es nicht. Hinter Limo- und
Bierbuden ist eine Art Bahnsteig, dort steht schon der Schlafwagenzug.
Schaffner lungern herum, drei kümmern sich um uns. Um 22 Uhr geht
es los, halbe Stunde vorher da sein, es kostet 8 Lari, für uns ist
jetzt reserviert.
Marshrutka ins Zentrum, zum Quartier, kurz Baden am Strand, Duschen,
Quartier bezahlen, Abschied, mit Gepäck zum Marktplatz. Dort essen
wir noch mal nobel in der "Marktkneipe" für 4,80 Lari. Mann! und
der Mist mit der Kreditkarte hat rund 60 Lari, 30 Euro gekostet.
Für das Meiste haben wir Quittungen. Mal sehen, was die Sparkasse
sagt. Anna will die Bank wechseln ... Marshrutka zum "Bahnhof'. Der Zug
fährt um 20:08, es ist unglaublich heiß und stickig, ich
schreibe Tagebuch, und Anna unterhält sich mit den netten
Mitreisenden auf Russkij-Germanskij-Anglisskij etc.skij über
dieses und jenes. Musik läuft. Es ist 0:30, und ich habe jetzt
keine Lust mehr.
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Georgian Railway
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