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Bemerkungen zur Reise
Die Anreise nach
Spanien haben wir mit einem Transportmittel gemacht, das uns neu war,
nämlich mit Langstreckenbussen, die ein verzweigtes Liniennetz
quer durch Europa bedienen. Obwohl kostengünstig und luxuriös
ausgestattet, mussten wir das Einschlafen erst erlernen. Wer sich
dafür interessiert, frage bei Reisebüro oder Busbahnhof nach
Deutsche Touring/Eurolines.
Aus
verschiedenen Gründen machten wir einen Umweg über San
Sebastian/Donostia irn Baskenland, um dann in Pamplona auf den
Pilgerpfad zu stoßen. Als Führer hatten wir von Ulrich
Wegner "Der Spanische Jakobsweg" (DuMont Köln 1995) mit Karten,
Einführung in die Geschichte, Stadtrundgängen usw. Von
unseren vielen Fotos bringe ich nur einige, schließlich soll
der Beitrag nicht zum erschöpfenden Bericht ausufern. Dennoch hier
einige allgerneine Bemerkungen.
Estella
Das
Reisen per
Anhalter entpuppte sich als zunehmende Katastrophe. Überlandbusse
sind kostengünstiger als die Bahn; mancherorts sind
allerdings die Haltestellen nicht gekennzeichnet, da hilft nur fragen,
allerdings haben wir auch falsche Auskünfte bekommen. Wegen Sohn
Lorenz, 12, gab es öfters die Diskussion, ob er nun über oder
unter dem Preislimit sei; leider konnte ich meine sparsame Ansicht
nicht immer durchsetzen.
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Kommen
wir nach
Spanien!
Mozarabisch, also nicht-arabisch oder besser "arabisiert" nannte man
die spanischen Christen unter arabischer Herrschaft. Ihre
Liturgien waren älter als die maurische Zeit und stammen aus der
Zeit der Westgoten (466-711), weshalb man auch vom altspanischen oder
westgotischen Gesang spricht. Eine CD bedient sich aus Manuskripten
einer Renaissance des Stils in Toledo um 1500:
Ensemble
Organum: Chant mozarabe
Harmonia Mundi HMC 901519 (Helikon) 
Eine etwas bunt zusammengestellte CD stimmt uns auf die
Volksmusiken aus Spaniens Norden entlang des Kantabrischen
Gebirges ein:
Verschiedene:
Espagne septentrionale 
Von
Pamplona ging es nach Puente la Reina, wo - wie der Name andeutet -
eine navarrische Königin im 11. Jahrhundert eine Brücke
für die Pilger
bauen ließ, was für eine kleine Ansiedlung sorgte mit
Kirchen,
Hospizen und Adelshäusern, die sehenswert ist. Das spanische
Bundesland
Navarra ist übrigens zur Hälfte von Basken
bewohnt.

Danach fuhren wir
nach Estella,
Anfang des 12. Jahrhunderts
gegründet, wo sich ein geheimnisvoller Stern (lat. Stella)
gezeigt haben soll.
Überhaupt:
Der
auf der Jakobslegende
basierende Pfad wurde legenden- technisch bald zum Selbstläufer,
gab es doch allerorten verkehrsfördernde Heilige,
Erscheinungen usw., die zu weiteren Legenden wurden. In Estella
gab es für uns die ersten Feigen zu klauen (die grünen sind
nicht so furchtbar süß wie die ganz reifen), wir genossen
die kleine Stadt mit der Überdosis von Kirchen und besuchten in
einer Ecke des großen Platzes eine CD- und Buchhandlung, die in
Sachen Folklore recht gut sortiert war. In den Zeitungen wurde gerade
die altbekannte baskische Folkgruppe Oskorri anlässlich
20-jährigen Bestehens gefeiert, wir jedoch kauften eine Kassette,
die uns ein junger Einheimischer empfohlen hatte:
Ibon
Koteron &
Kepa Junkera:
Leonen Orroak 
Von Estella unternahmen wir einen Ausflug zum Monasterio Santa Maria de
Irache, welches eine moderne Weinkellerei betreibt. An dieser gibt es
eine Fuente de vino, eine Quelle mit Hähnen für Wasser und
Wein, damit sich die Pilger laben können, die zugleich auf einer
Tafel vor Missbrauch gewarnt werden. Im 958 erstmals erwähnten
Kloster wurde umgebaut, doch wegen Siesta war niemand da. Die
ausgeräumte mozarabische Kirche aus dem 12./13. Jahrhundert
war für mich ein Erlebnis: so hell und freundlich hatte ich noch
keine Kirche empfunden.
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