In Ponferrada kurz
vor Galicien - so benannt nach einer mit Eisenklammern
befestigten Brücke des 11. Jahrhunderts - kamen wir spät
abends an und bauten unser Zelt im Mondlicht zwischen Baustellen und
einem Park auf. Musikalischer Höhepunkt (?) war ein in der
Nähe statt findender Diskjockey-Wettbewerb bis fünf Uhr
früh. Das Trampen in ein Bergdorf in der Nähe klappte nicht,
und die.riesige Templerburg gab es nur von außen zu sehen,
schließlich war Montag.
Der amtliche
Pilgerpfad
sollte jetzt quer durch die Berge führen
ohne eine halbwegs vernünftige Straße in der Nähe.
Wir
nahmen also die Bahn nach Orense, auf Galicisch mit einem U, wo eine
jugendliche Gruppe mit 56 Dudelsäcken, dazu mit Trommlern
usw. beheimatet ist:
Real Banda de Gaitas da Deputacion Privincial de Ourense: Ano Santo... 
Im südwestlichsten Teil von Galicien, kurz vor Portugal, liegt
Vigo. Von dort kommt ein 1970 geborener Musiker, der eigentlich
Blockflöte studiert hat. Sein Ruhm kam allerdings schon
vorher: 1983 fiel beim Festival Interceltique in Lorient/Bretagne er
als Gaita-Spieler auf, der in der Folge mit den irischen Chieftains
tourte und Aufnahmen mit Größen aus dem Pop geschäft
machte. Seit letztem Jahr ist er mit der Band unterwegs und landete als
einer der wenigen Folkmusiker bei einem Major-Label:
Vigo:
Carlos Núñez: Brotherhood of stars ... 
Die Tageszeitung
offenbarte
es: in der
Hafenstadt La Coruña, keine hundert Kilometer nördlich von
Santiago, hatte ein keltisches Festival mit diversen Gästen
aus Irland, Schottland, Wales und der Bretagne
begonnen - den Auftakt
mit Milladoiro hatten wir verpasst. Klar, dass wir unser Minizelt
abbrachen und nach La Coruña umzogen.
Der
Kern dieser reichlich
großen Stadt liegt reizvoll an einer Flussmündung auf einer
felsigen, T-förmigen Halbinsel. Die Stadtverwaltung hat eigens
ein "De partamento de Fiestas", wo wir uns für das "Festival
do mundo celta" (bitte: kelta) akkreditieren lassen wollten. Der Beamte
hatte das noch nicht erlebt, schließlich war das Festival
kostenlos ... Eine Programmübersicht gab es nicht, und der
Termin fürs nächste Jahr? Irgendwie Mitte August oder danach.
So hörten wir denn in einem beeindruckenden Park aus der
Gründerzeit ein buntgemischtes, natürlich stark
Dudelsack-haltiges Programm, bei dem uns die galicischen Gruppen mit
Musikern, Tänzern und auch Sängern am meisten interessierten.
Von solchen Festivals
gibt
es natürlich Aufnahmen, ein
älteres Beispiel beschließt diesen Artikel.
In Ortigueira im
nordöstlichsten Zipfel Galiciens fand am 19. und
20. August 1980 das dritte "Festival internacional do munda celta"
statt, von dem einige Mitschnitte v.a. mit Dudelsäcken und
Drehleiern auf eine LP gebracht wurden:
Verschiedene:
Escola de gaitas ...
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Bemerkungen zur Reise
Übernachtet
haben wir zumeist auf Campingplätzen, die alle zufriedensteIlend
und mit Stadt- oder Regionalbussen zu erreichen
waren. Abends sind häufig die Verbindungen schlecht. Manche
Veranstaltungen beginnen erst um 22 Uhr, und man kommt danach nicht
mehr zurück. Beim wilden Campen am Rande von Parks etc. hatten wir
keine Probleme; unser Gepäck war stets unangetastet, wenn wir es
irgendwo abgeladen hatten, Die zahlreichen "amtlichen" Pilgerherbergen
haben wir nicht benutzt, weil wir ja keine "echten" Pilger waren, denen
man diese Unterkünfte nicht wegnehmen sollte.
Will
man
nicht selbst in der großen Hitze
zwischen 13 und 16 Uhr
Siesta machen, so ist dies die ideale Zeit für einen
Stadtrundgang:
einfach nichts los, aber die Kaffee-Bars haben geöffnet. "Jara"
ist dafür ein wichtiges Wort, das ist nämlich ein
Halbliterkrug, der den sonst üblichen Bierportionen von 0,2
Litern oder noch weniger klar vorzuziehen ist, und "cafia" ist das vorn
Zapfhahn ...
In
den Oficinas de turismo
erhält rnan gratis
Heftchen
mit
Stadtplan, Hinweisen auf Sehenswürdigkeiten etc. Die aus Santiago
und La Corufia äußern sich durchaus kritisch über
Jakobslegende und andere "historische" Dinge - auch die Frage,
was Compostela eigentlich bedeute, wird diskutiert: campus stellae, das
Feld, wo irgendjemand irgendwann irgendeinen hellen Stern gesehen
haben soll, ist keinesfalls die einzige Interpretation; compos
stelae, vulgärlatein für "Herr des Grabes" ist vielleicht
plausibler.
Zuguterletzt:
als Reisenden auf dem Camino de Santiago
wurde uns
"Caminandos" große Herzlichkeit entgegengebracht, was sich in der
Bedienung in Bars zeigte, uns wurden Früchte geschenkt usw. Wir
hätten wohl beim Trampen ein Santiago-Schild dabeihaben sollen ...
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