Wo
jetzt? wie? wann? Es ist 19:30. Anna spricht einen offizieller
Aussehenden an, der Mini-Englisch spricht und mich bei einem Schalter
abliefert, wo jemand halbwegs Englisch spricht. Man schickt mich ein
paar Schalter weiter. Nichts. Informationskabuff? Nix Englisch. Lande
wieder beim ersten Schalter. Aha! Nach Trabzon? Ja, dahin fährt
gerade jetzt ein Bus, der ist aber voll. Morgen früh um 7:30 der
nächste, kostet umgerechnet 16 Euro pro Nase. Gut, komme wieder.
Wieder nach unten zu
Anna
und dem Gepäck. Was nun? Erstmal was
trinken. Mit Mühen bestellen und bekommen wir zwei Spezi. Ich
frage den Ober nach einem billigen
Quartier. ?? Am Nebentisch das
Mädel spricht Englisch und bietet uns an, uns zu einem Taxifahrer
zu bringen, der uns zu einem 20-Mio-Lire-pro-Nase-Hotel (vulgo ca. 12
Euro) fahren soll. Danke. Längere Fahrt offenbar in die Altstadt,
Lire reichen nicht mehr, 15 Mio soll das Taxi kosten. Inzwischen hat
ein Mensch die Rucksäcke in ein halbwegs respektables Hotel
geschleppt. 45 Mio für beide inkl. Bad, TV und Frühstück
soll es kosten, also knapp 30 Euro, ist ok. Das Zimmer ist halbwegs
manierlich, sauber…
Noch ein
Imbiss?
Bier? Wir gehen um zwei Ecken und landen bei einer Art
Bazar/Bushaltestelle, wo sich der Schmutz türmt, ein
Kassettenladen lärmt, wilde Katzen stöbern. Wir kaufen
Gebäck, Anna was extrem Honig-Klebriges. Drüben gibt es
(lechz) kaltes Efes-Bier 0,5, das in passende Papiertüten verstaut
wird wegen der Islam-nötigen Diskretion. Aber draußen die
Reklame ist groß und hell, und viele Leute kaufen…
Wir setzen uns
gegenüber auf ein paar Treppenstufen, essen,
trinken, reden und schauen. Leute grüßen uns: Merhaba,
willkommen. Der Typ vom Kassettenladen schenkt uns Nüsse und
bietet Haschisch an. Da: der Muezzin legt los, im Duo/Stereo mit einem
in der Nähe, sofort ist die Kassettenmusik aus. Dann sollen wir
unbedingt in den Kassettenladen kommen, eher eine Bude. Ob die Musik
gefällt, Ankara usw. Ich bekomme ein Feuerzeug geschenkt und im
Laufe des Abends auch zwei Kassetten. Wir sind Freunde. Anna geht schon
mal schlafen ins Hotel, ich muss noch ein Bier auf die
deutsch-türkische Freundschaft trinken.
Dienstag
- 16. Juli
Der Wecker geht um 5:30. Duschen, Packen, unten eine Art
Frühstücksbüffet mit
starkem (!) Tee zum Verdünnen
mit heißem Wasser. Das Taxi zum Otobüs Terminali kostet die
Hälfte von dem gestern in der anderen Richtung. Wir sind dort um
kurz vor 7, am Schalter heißt es, der Bus geht um 7, zwei Tickets
für 33 USD. Türkischer Zeitausgleich: Der Bus fährt um
8. Wir sitzen ganz vorne.
Es folgen fast 14 Stunden Busfahrt mit mehreren halbstündigen
Pausen. Die erste Hälfte geht nordöstlich durchs anatolische,
häufig steppenartige Bergland. Überall Ausbau auf vier
Spuren, ständig Abschnitte im Kriechtempo. Dazwischen fährt
er aber wie der Henker. Zweite Hälfte an der Küste nach Osten.
Gegen 22 Uhr sind wir
am
Busbahnhof von Trabzon. Es gibt nur eine Linie
nach Georgien, und die fährt morgen früh um 6. Wir sind
dagegen und gehen mein altes Traum-(?)-Hotel Benli Palace suchen. Es
ist dunkel und heiß und geht furchtbar bergauf. Da bei der Moschee müsste es sein… Nix.
Nette Leute zeigen den Weg zum
großen Platz: wir sind zu weit bergauf gegangen (ächz,
schwitz), und es war die falsche Moschee. Hotel: 10 Mio, ok, 4. Stock
(au wei). Das Zimmer ist sehr dürftig, aber die Betten sind
sauber. Dachterrasse.
Wir gehen
dort
essen, wo ich
schon vor zwei Jahren war. Der zweite
Geldautomat funktioniert. Im Restaurant — eher türk. Fast Food —
ist es warm, aber das per Fingerzeig ausgesuchte Essen tut gut.
Und nun der interessante Nachtrag zur langen Busfahrt. Irgendwo sind
ein paar bewaffnete Soldaten mit einem Gefangenen in Handschellen
zugestiegen, die letztlich bis Trabzon mitfahren. Etwa zwei Stunden vor
dem Ziel gibt es einen Stau, der extrem lang ist, wie man mit einem
Blick weit voraus ent-lang der kurvenreichen Küstenstraße
sehen kann. Kein Gegenverkehr. Der Busfahrer fährt ziemlich dreist
— finden wir — einfach am endlosen Stau vorbei. Lauter Leute sind
entrüstet. Schließlich werden wir von Soldaten aufgehalten.
Der Soldat im Bus, der am lautesten geschnarcht hat, kommt nach vorne.
Irgendeine kürzere Diskussion, der halbe Bus lacht — und wir
fahren weiter am (entrüsteten) Stau vorbei. Schließlich:
Soldaten, Bulldozer, hier werden Felsen abgeräumt. Wieder
Diskussion, Gelächter, der Bulldozer schaufelt die Straße
frei, wir fahren weiter.
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Zur
Transkription der Namen
Russisch ist
nach
”deutschem Klang” notiert.
Für Georgisch und Armenisch
wurde die dort z.B. auf den mehrsprachigen Ortsschildern (nicht immer
konsequent) verwendete Umschrift benutzt, die sich an der vereinfachten
Transkription der arabischen und jiddischen Sprache orientiert.
r
ch
kh
z
s
v
j
|
immer
gerrrollt
tsch
wie ch in fauchen
stimmhaftes s wie in Vase
scharfes s wie in Gasse
wie unser w
wie in Journal
|
…interessant sind die Häufungen
von Konsonanten. Wenn Sie die Provinzstadt Akhaltzikhe beherrschen,
wagen Sie sich mal an Mtkvari…

Geld(er)
USD:
Türkische Lire:
Georgische Lari:
Armenische Dram:
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US-Dollar
1,6 Mio = 1 Euro
2 = 1 Euro
300 = 1 Euro
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Restauriertes
Luxusgeschäft
aus der Zarenzeit in Batumi
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