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Am
nächsten Morgen ging es
früh los, gleich nach dem
Frühstück um
viertel nach fünf. Im Nationalpark Center mussten wir uns
eintragen,
bekamen zwei Guides, zugewiesen. Pascal und Fancois, erzählten uns
etwas über die Gorillas und dann ging es los. Berggorillas leben
in
Höhen ab 2.400 m. Die Luft war schon ganz schön dünn und
ich bin
schnell aus der Puste gekommen. Allzu weit mussten wir aber nicht gehen
bis wir zu den Gorillas kamen. Es war eine Familie mit einem
Silberrücken, 9 Weibchen und 7 Kindern. Wir
trafen sie auf einer
kleinen Lichtung, wo sie sich gerade ausgeruht haben. Nur die drei
kleinsten Kinder, das jüngste war 10 Monate alt, haben gespielt.
Die
waren so süß. Das Kleine war neugierig und kam gleich auf
uns zu, aber
man darf sie nicht näher als einen Meter an sich ran kommen
lassen,
dann muss man langsam zurück gehen. Die Mutter hat es dann am
Beinchen
gepackt und zurück gezogen. Die meisten der Gorillas hatten sich
hingelegt und das Kleine ist auf ihnen herum geturnt. Es ist auf den
dicken Bauch seines Vaters geklettert und dann wie
auf einer Rutschbahn
herunter gerutscht. Beim ersten Mal hat es ganz verdutzt geguckt, aber
dann ist es gleich wieder hinauf, und das Spiel hat ihm anscheinend
Spaß gemacht. Die anderen beiden kleinen haben sich gebalgt,
Purzelbäume geschlagen und miteinander gespielt. Aber alle waren
ganz
still. Wir durften eine Stunde bei den Gorillas bleiben und sie
beobachten. Es war so ein tolles Erlebnis, ich hätte nie gedacht,
dass
man so nah an die Gorillas heran kommt.
In den Virungas gibt es nur noch ca. 350 Berggorillas. Sie wandern ständig zwischen Ruanda, Uganda und Kongo. Und dann gibt es noch etwa 320 Berggorillas in Bwindi in Uganda. Ein ausgewachsener Gorillamann wiegt um die 230 kg, die Weibchen bis 180 kg. Mit 12 Jahren wird ein Männchen zum Silberrücken. Gorillas werden im Durchschnitt 45 Jahre alt. Die Weibchen bekommen etwa 4 bis 6 Kinder in ihrem Leben. Das erste frühestens mit 6 Jahren. Der größte Silberrücken, der hier in den Virungas lebt, wiegt 260 kg. Der Silberrücken in der Gruppe 13, die wir besucht haben, war auch ganz schön groß im Vergleich zu den Weibchen. Ein erwachsener Gorilla frisst am Tag bis zu 40 kg von den etwa 200 verschiedenen Arten von Pflanzen, daraus bezieht er 6 bis 7 l Flüssigkeit, weil Gorillas nichts trinken. Francois hat uns ein paar Blätter und ein Stück Bambusmark gegeben, was die Gorillas immer zusammen fressen, und wir durften es auch probieren. Na ja, so toll hat es mir nicht geschmeckt, aber ich bin ja auch kein Gorilla. Nachmittags waren wir bei einer Tanzveranstaltung eingeladen. Das ganze Dorf war um einen rechteckigen Platz, wo die Tänzer auftraten, versammelt. Zuerst kamen 12 Krieger in prächtigen Gewändern mit sehr kleinen Speeren und Schildern. Sie führten so eine Art Kriegstanz auf. Ein großer Mann schlug dazu eine Trommel und die Krieger stampften im Takt, so dass die Schellen an den Fußgelenken klimperten. Manche führten einen Solotanz auf. Es war faszinierend, der Oberkörper blieb ganz steif und immer in der gleichen Position, nur die Beine und Füße bewegten sich. Es sah aus, als wäre die Schwerkraft aufgehoben, oder als ob das Oberteil nicht zum Unterteil gehörte und an einem Stöckchen über die Bühne geschoben würde. Während die Krieger tanzten, sahen wir auch einen kleinen Junge, vielleicht 2 bis 3 Jahre alt. Er hatte auch einen kleinen Stock in der Hand und stampfte mit den Füßen, manchmal sogar richtig mit im Takt. Und wenn die Krieger sich bewegten und sprangen, machte er alles etwas zeitverzögert nach. Er war richtig drollig. Irgendwann kamen junge Frauen und Mädchen, die einen Tanz vorführten. Sie hatten auch schöne Kostüme an. Anschließend tanzten die Frauen zusammen mit den Kriegern. Ein Mann spielte ein Saiteninstrument, das wie eine flache, rechteckige Holzschale mit abgerundeten Ecken aussah, und dazu sang er. Wir konnten ja nichts verstehen, aber der Text muss lustig gewesen sein, weil die Zuschauer oft gelacht haben. Zum Schluss tanzten die Krieger noch einmal. Es war eine schöne Veranstaltung gewesen, die bestimmt nicht nur für uns gemacht war. Tags darauf fuhren wir zu den Golden Monkies. Im Prinzip war der Ablauf der gleiche wie am Vortag. Wir mussten nur etwas länger laufen. Es ging durch dichtes Bambusgestrüpp und dann haben wir die Affen gesehen. Der Körper ist etwa 60 – 80 cm groß und goldbraun, sie haben lange buschige Schwänze. Von einer kleinen Lichtung aus konnten wir eine große Gruppe von vielleicht 40 – 50 Affen gut in den Bäumen beobachten. Wir konnten nur schätzen wieviele es waren, weil sie ständig in Bewegung waren und vom dichten Laub verdeckt wurden. Am letzten Tag im Virunga Nationalpark sind wir nach Old Karisoke, der ehemaligen Station von Diane Fossey gelaufen. Es war ein langer, steiler Weg bis auf 3.000 m Höhe, und teilweise war es sehr anstrengend, weil man mit den Wanderschuhen im Matsch stecken geblieben ist. Es war trotzdem ein sehr schöner Weg. Unser Guide Felix hat uns gezeigt, wo das erste Zelt von Diane Fossey gestanden hat, wo sie ihr erstes Haus gebaut hat, wo die Häuser der Ranger und Studenten standen und das Office der Studenten, und wo man sie schließlich tot gefunden hat. Dann sind wir zum Friedhof gegangen, wo Diane Fossey begraben liegt. Sie wollte neben ihrem Freund Digit beerdigt werden, was man ihr auch erfüllt hat. Außer Digits waren dort noch weitere 20 – 30 Gorillagräber. Der ganze Ausflug hat vielleicht 6 – 7 Stunden gedauert. ![]() Das ostafrikanische Binnenland Uganda ist mit seinem Staatsgebiet von 236,040 km² ungefähr so groß wie die alten Länder der Bundesrepublik. Ungefähr 1/5 der Fläche besteht aus Wasser. Die Landschaft wird überwiegend geprägt von einem zwischen dem ost- und zentralafrikanischen Graben liegenden Hochbecken mit einer durchschnittlichen Höhenlage zwischen 1000 und 1300 m. Beeindruckend sind die Mondberge: Die Ruwenzoriberge wurden seit alters her wegen ihrer im Nebel verhangenen Bergspitzen auch "Mondberge" genannt. Schon im Altertum wurde darüber spekuliert, ob hier der Nil seinen Ursprung hat. - Karte zum Vergrößern anklicken! ![]() Anschließend sind wir über die Grenze nach Uganda gefahren, wo unsere nächste Station für zwei Tage in der Mount Gahinga Lodge war. Das hatte den Vorteil, dass wir am nächsten Morgen nicht ganz so früh aufstehen mussten. Ich habe mit Keith eine knapp 5-stündige Naturwanderung gemacht, während Heinz mit Hannah und Vernon auf den Mount Gahinga gestiegen ist. Der Weg war sehr schön, obwohl wir nicht viele Tiere gesehen haben, nur einige Vögel und 5 riesige Regenwürmer, etwa 30 cm lang und 3 – 4 cm dick. Es ging über weite Wiesen, durch Bambuswald und durch Laubwald. Zum Schluss haben wir noch einen Adler gesehen. ![]() Nach dem Mittagessen bin ich mit Keith und Amon zum Lake Mutanda gefahren. Wir kamen durch Kisoro, einer kleinen Stadt und sind ein ganzes Stück am See entlang gefahren. Der See hat viele Seitenarme und etliche Inseln. Die Ufer waren meistens steil oder mit hohem Gras bewachsen. Bei der Mgahinga Safari Lodge sind wir einen sehr steilen Abhang hinunter gegangen. Leider konnten wir keine Bootsfahrt machen, weil der Betrieb bis Mitte Januar geschlossen ist. Außerdem fing es gerade an zu regnen, und wir sind so schnell wir konnten den Abhang wieder hoch gelaufen. Es hat dann den ganzen Abend noch geregnet, schließlich war ja auch Regenzeit. Lake Muranda: Eine unbeschreiblich schöne paradiesische Landschaft von Seen und Inseln, bis zu 4000 Meter hohen Vulkanbergen. Den folgende Tag verbrachten wir im
Bwindi Impenetrable National
Park, wo wir noch einen Besuch bei den Gorillas gebucht hatten. Die
Landschaft in Uganda unterscheidet sich bis jetzt kaum von der in
Ruanda. Wir fuhren durch einen dichten Wald, und als wir heraus kamen,
sahen wir Teeplantagen.Uganda ist ein Land der Kontraste. Innerhalb eines Tages können Sie von nebelbedeckten Vulkanen zu heißen Savannen fahren. Grüne, saftige Teeplantagen wechseln sich ab mit verwachsenen Regenwäldern. ![]() Das Bwindi Camp ist wieder traumhaft gelegen. Unsere Banda ist wunderschön. Von der Terrasse hat man einen Blick über ein enges Tal in dem ein Fluss rauscht, gegenüber steile Berge mit üppigem Regenwald. Mit dem Fernglas kann man schwarz-weiße Stummelaffen und viele verschiedene Vögel beobachten. Am späten Nachmittag machen wir einen Spaziergang am Fluss und sehen viele Vögel und Schmetterlinge. Schließlich unser zweites
Gorillatrecking. In Bwindi war es schwieriger die
Gorillas zu finden. Aber nachdem wir etwa 1 ½ Stunden
durch dichtes
Buschwerk steil bergauf gewandert waren, sind wir ihnen begegnet. Es
war an einem sehr steilen Abhang im Dickicht. Die Gorillas waren sehr
aktiv. Sie fraßen gerade, die Kinder spielten und kugelten dabei
den
Abhang hinunter. Wir immer hinterher. Wir mussten uns dabei an den
Sträuchern und Bäumen festhalten, um nicht abzurutschen. Als
wir eine
Weile an einem guten Beobachtungs-Standort ausharrten, wurden wir von
Wespen überfallen und verließen fluchtartig das
Terrain. Ich
habe drei Stiche abbekommen, und die taten richtig weh. Erst stolperten
wir den
steilen Abhang hinunter und auf der anderen Seite ebenso steil
wieder hoch. Es ging nur, wenn man sich von einem Ast zum anderen
hangelte. Also, dieses Gorillatrecking war viel aufregender als das
erste.Auf dem Rückweg sind wir durch einen kleinen Ort gekommen und dort an der Schule vorbei. Diese bestand aus Bastmatten, in der Mitte unterteilt für 2 Klassenräume. Oben drüber ein Stück Stoff, das Schatten spendete. Die Räume waren vielleicht 5 m breit und 3 m tief, und da saßen etwa 20 Kinder oder mehr dicht gedrängt auf Bänken. Die Lehrerin teilte gerade Zette aus. Im anderen Raum waren kleinere Kinder, die nicht so brav auf ihren Stühlen saßen. Draußen auf der Wiese waren auch viele Schulkinder, und nebenan wurde gerade eine Schule gebaut, die war aber noch im Rohbau. Ein Stück weiter stand eine kleine Kirche, die noch unfertig aussah. |
